Kultur # 8 (Ich unterbreche…)

Kultur # 8

Ich unterbreche meinen Spaziergang und bleibe vor einem Zaun stehen. Er ist elektrisch aufgeladen. Dahinter Kühe mit übergroßen Eutern. Keine von ihnen kann ausscheren, sich vom Acker machen. Kann die eingeführte Domestizierung mit Hufen treten. Die Abläufe sind normiert. Ihr Leben ebenso. Mein Herz rebelliert. Ich wende mich ab und gehe weiter. Setze meinen Spaziergang fort. Egal wie wild ich bin, in meinem Kopf, mit meinen Vorstellungen von Befreiung.

Wünsche # 5 (Ich denke, dass der Mann…)

Wünsche # 5

Ich denke, dass der Mann, der meinen Keller aufgebrochen hat, und alles was darin stand, mitgenommen hat, sterben wird. Ich denke, dass die Verkäuferin aus der Damenabteilung, die meinte, ich solle doch bei meinem Aussehen, wenigstens einen BH tragen, sterben wird. Und, dass auch der Mann aus dem Bus, der mir nach einem Krankenhausaufenthalt nicht den Koffer aus dem Bus heben wollte, mit der Begründung: er habe selber einen Koffer, sterben wird. Irgendwann wird die Welt von seiner Energie befreit sein. Ich stelle mir vor, dass das bei dem Mann aus dem Bus schon heute sein wird. Es gibt so Tage, die ertrage ich nur mit der Gewissheit, dass jeder Mensch einer Endlichkeit unterworfen ist.

Alltag # 13 (Ging ich zuvor…)

Alltag # 13

Ging ich zuvor, wenn ich mein Fahrrad brauchte, einfach in den Hinterhof zu dem Fahrradständer, an dem mein Fahrrad gegengeschlossen war. Sehe ich neuerdings immer zuerst aus dem Küchenfenster in den Hinterhof hinunter. Und das nur, um herauszufinden ob der Mann, der mich gern in ein Gespräch verwickelt, dort nicht steht.