Kultur # 8 (Elektrisch geladener Zaun…)

Kultur # 8

Ich unterbreche meinen Spaziergang und bleibe vor einem Zaun stehen. Er ist elektrisch aufgeladen. Dahinter Kühe mit übergroßen Eutern. Keine von ihnen kann ausscheren, sich vom Acker machen. Kann die eingeführte Domestizierung mit Hufen treten. Die Abläufe sind normiert. Ihr Leben ebenso. Mein Herz rebelliert. Ich wende mich ab und gehe weiter. Setze meinen Spaziergang fort. Egal wie wild ich bin, in meinem Kopf, mit meinen Vorstellungen von Befreiung.

Wünsche # 5 (Ich denke, dass der Mann, der meinen Keller aufgebrochen hat…)

Wünsche # 5

Ich denke, dass der Mann, der meinen Keller aufgebrochen hat, und alles was darin stand, mitgenommen hat, sterben wird. Ich denke, dass die Verkäuferin aus der Damenabteilung, die meinte, ich solle doch bei meinem Aussehen, wenigstens einen BH tragen, sterben wird. Und, dass auch der Mann aus dem Bus, der mir nach einem Krankenhausaufenthalt nicht den Koffer aus dem Bus heben wollte, mit der Begründung: er habe selber einen Koffer, sterben wird. Irgendwann wird die Welt von seiner Energie befreit sein. Ich stelle mir vor, dass das bei dem Mann aus dem Bus schon heute sein wird. Es gibt so Tage, die ertrage ich nur mit der Gewissheit, dass jeder Mensch einer Endlichkeit unterworfen ist.

Alltag # 12 (Erinnerungen an Clemens… Nachrichten der Vergangenheit überantworten wie Altpapier)

Alltag # 12

Erinnerungen an Clemens tauchen auf. Vor allem seine unterlassenen Versprechungen. Andere können das doch auch, halte ich mir vor, Erinnerungen zusammenknüllen und sie wegwerfen, als seien sie Altpapier. Alte Nachrichten der Vergangenheit überantworten. Sie dahin bringen wo sie hingehören. In die Zeit, die bereits untergegangen ist.

Alltag # 13 (Ging ich zuvor, wenn ich mein Fahrrad brauchte einfach in den Hinterhof…)

Alltag # 13

Ging ich zuvor, wenn ich mein Fahrrad brauchte, einfach in den Hinterhof zu dem Fahrradständer, an dem mein Fahrrad gegengeschlossen war. Sehe ich neuerdings immer zuerst aus dem Küchenfenster in den Hinterhof hinunter. Und das nur, um herauszufinden ob der Mann, der mich gern in ein Gespräch verwickelt, dort nicht steht.