Ich # 10 (Obst öffnen…)

Ich # 10

Ich möchte in der Obstabteilung meines Haussupermarkts jedes Stück Obst aufschneiden. Jede Melone, jede Orange, jede Zitrone, jede Birne. Einfach alle Stücke in der Mitte entzweischneiden. Ich will den Sommer in der Großstadt riechen. Einen Sommer hinter verschlossenen Türen.

Ich # 4 (Traum: Schnee fällt ununterbrochen…)

Ich # 4

Es ist Tag. Der Himmel ist grau. Ich stehe im Freien. Mir ist kalt. Sehr kalt. Vor mir liegt eine leere unbebaute Ebene. Weit und breit ist kein Schutzraum in Sicht. Kein Haus. Keine Höhle. Kein Busch. Kein Baum. Ich bin dieser Kälte ausgeliefert. Stehe ihr zur Verfügung. Sie bricht auf mich ein. Einfach so. Ich weiß nicht, warum ich da bin. Ich weiß auch nicht, in welchem Land ich bin. Ich kann mich nicht von der Stelle bewegen. Es fängt an zu schneien. Der Schnee fällt leise. Sanft. Friedlich. Über mir bildet sich eine Schneedecke. Ich spüre das Gewicht des Schnees. Eine Last auf meinem Kopf, auf meinen Schultern. Ich kann mich nicht von außen sehen. Ich weiß nicht, welches Gesicht ich habe. Auch nicht wie alt ich bin. Mir fällt auf, dass ich denken kann, mir Dinge überlegen kann. Mir fällt aber nichts Bewegendes ein. Ich werde weiter und weiter eingeschneit. Bald wird von mir nichts mehr zu sehen sein. Bald wird mich der Schnee erdrückt haben. Ich wache auf.